Wie sieht es mit den Finanzen aus?
Walgau-Gemeinden gehen unterschiedlich mit Herausforderungen um – Volksbegehren geplant
Foto: Pexels
Die Gemeinde Zwischenwasser ist praktisch zahlungsunfähig. Wie schaut die finanzielle Lage in den Walgau-Gemeinden aus?
Kaum ein Bürgermeister, der nicht über die hohen Kosten und die dafür fehlenden Einnahmen ächzt. Der Gemeindeverband plant deshalb nun ein Volksbegehren. Stimmen dem zehn Gemeindevertretungen zu, muss das Thema im Landtag behandelt werden. Die Marktgemeinde Frastanz hat das Volksbegehren bereits auf die Traktandenliste der kommenden Gemeindevertretungssitzung gesetzt.
• Frastanz:
Einnahmen in Höhe von 25,50 Millionen Euro stehen Ausgaben von 25,35 Millionen Euro gegenüber. Was zunächst erfreulich wirkt, erweist sich als finanzieller Balanceakt. Denn in den Einnahmen sind rund 3,5 Millionen Euro aus Grundstücksverkäufen enthalten.
•
Nenzing:
Die Aufwendungen werden mit rund 31,5 Millionen Euro taxiert, die Erträge mit 29,3 Millionen. Das Budget wird durch Haushaltsrücklagen ausgeglichen. Auf der Marktgemeinde lastet durch Großinvestitionen in den letzten Jahren ein „Schuldenrucksack“, der abgearbeitet werden soll. Der Sparzwang ist deshalb groß. Dabei gäbe es dringliche Investitionen wie in die Sanierung der Volksschule oder in die Erweiterung des Feuerwehrhauses.
•Schnifis: Laut aktuellem Voranschlag will man die Gesamtverschuldung in diesem Jahr reduzieren. Ein Unterfangen, das schwierig genug ist. „Eisern sparen“, heißt deshalb das Motto. Notwendige Sanierungen können nur erfolgen, wenn die Gemeinde neue Kredite aufnimmt.
• Röns:
Wie viele andere Gemeinden, fordert auch Röns eine Entlastung von nicht steuerbaren Umlagen. Von 100 Euro zusätzlicher Einnahmen blieben den Gemeinden nur rund 4 Euro, heißt es dazu. Der finanzielle Spielraum wird immer enger. Deshalb muss die Gemeinde auch Grundstücke verkaufen, um über die Runden zu kommen.
• Satteins:
Die aktuellen Zahlen sind auf der Gemeinde-Homepage (noch) nicht abrufbar.
• Schlins: Die Ausgaben für das laufende Jahr werden mit 8,6 Millionen Euro budgetiert, die Einnahmen mit 7,7 Millionen Euro. Die Gesamtsumme der Einzahlungen und Auszahlungen (Finanzierungshaushalt) ist mit 8,67 Millionen gleich hoch.
• Göfis:
In Göfis versucht man das Kanalprojekt Stein noch einmal aufzuschieben, sodass die Hauptkosten erst 2027 zu tragen kommen. Trotzdem werden die Rechnungen für ein Tanklöschfahrzeug und für den Kanalkataster bereits schlagend. Die Gebühren wurden um 4,5 Prozent angehoben.
• Ludesch:
Budgetierte Erträge von 13,3 Millionen Euro stehen geplante Ausgaben von 14,1 Millionen Euro gegenüber. Kompensiert wird dies durch Darlehensaufnahme, womit auch notwendige Investitionen getätigt werden können.
•Bludesch: Für die der Projekte Hochwasserschutz Montjola und Projekt Krone wurden Darlehen über 1,2 Millionen beziehungsweise 5,2 Millionen aufgenommen. Der Voranschlag für 2026 sieht Erträge von 9,2 Millionen und Aufwendungen in der Höne von 9,8 Millionen vor. Dennoch ist mit einer Reduzierung der Schulden von 8,3 auf 6,8 Millionen zu rechnen.
• Nüziders: „Die Gemeinde investiert rund 6,1 Millionen Euro in Projekte, die für die Entwicklung des Ortes wesentlich sind“, so Bürgermeister Florian Themessl-Huber. Zur Umsetzung dieser Investitionen ist im Jahr 2026 eine Kreditaufnahme notwendig. Die Finanzkraft der Gemeinde steigt auf rund 9,8 Millionen Euro und liegt damit um etwa 262.000 Euro über dem Vorjahr. Die laufenden Einnahmen decken die laufenden Ausgaben, sodass die Gemeinde ihre Aufgaben auch im kommenden Jahr aus eigener Kraft erfüllen kann.
• Thüringen:
In Thüringen ist bis dato auf der Gemeinde-Website lediglich der Budgetvoranschlag von 2025 abrufbar.
• Bürs: Bei den Erträgen werden rund 14,8 Millionen kalkuliert, bei den Aufwendungen 16,1 Millionen Euro. Deshalb braucht die Gemeinde Rücklagen auf. Laut Bürgermeister Georg Bucher werden nur laufende Projekte weitergeführt. Neue hingegen hintangestellt.
• Dünserberg:
In der an Einwohnern kleinsten Vorarlberger Gemeinde, gibt es keinen finanziellen Spielraum. Es braucht Rücklagen, um die Kosten des laufenden Betriebs zu decken. Das Gesamtbudget macht unter einer Million aus. (dh)








