Österreichweit ausgezeichnet

Regina Zink und ihre Buchhandlung „Cervantes & Co“ hat es geschafft

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    Regina Zink

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    Cervantes & Co in der Kreuzgasse 20 in Feldkirch.

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Fotos: ice

Mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis 2026 ausgezeichnet steht „Cervantes & Co“ in der Feldkircher Kreuzgasse im Mittelpunkt - und das völlig zurecht.

Der kleine Buchladen von Regina Zink ist längst mehr als ein Geschäft und das weiß nun auch ganz Österreich.


Hier stehen Klassiker ganz selbstverständlich neben Kinderliteratur. Monika Helfer und Michael Köhlmeier begegnet man nicht nur im Regal, sondern mitunter auch persönlich. Dieser Ort ist weit mehr als eine Buchhandlung, er ist Treffpunkt, Gesprächsraum und kultureller Anker. Und ganz nebenbei gibt es auch eine feine Auswahl an Wein, geliefert von ihrem Bruder Norbert Nägele, einem in Spanien lebenden Physiker.


Zum zehnten Mal wurde der Österreichische Buchhandlungspreis vergeben, initiiert vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels. Prämiert werden Buchhandlungen, die mit Konzept, Qualität und Leidenschaft überzeugen, Eigenschaften, die „Cervantes & Co“ in besonderem Maß verkörpert.

Jurybegründung
„Der Name ist Programm: Belesen und idealistisch träumend wie Cervantes‘ Don Quijote muss man als Buchhändlerin sein. Dass auch der den weltlichen Genüssen zugeneigte Knappe Sancho Pansa hier symbolisch in Form von spanischem Wein und Olivenöl vorkommt, ist eine angenehme Nebenerscheinung, ebenso wie die gemütliche rote Couch im hinteren Teil des Geschäfts.“

Das Herz der Buchhandlung ist sie selbst, die „Bibliothek der Feldkircher“. Am 29. September 2026 besteht „Cervantes & Co“ in der Kreuzgasse seit 20 Jahren. Wer bei ihr nach einem Buch fragt, bekommt eine schnelle Antwort. „Jetzt bruch i was Bsundrigs“ oder „Heäscht an Tipp für mi?“ Regina Zink versteht sofort. Sie trifft meist ins Schwarze, ohne zu überreden. Mit ihrem Wissen und Gespür sorgt sie dafür, dass der Kunde am Ende genau das richtige Buch in der Tasche aus dem Geschäft trägt. Gerade in Zeiten des Onlinehandels ist diese persönliche Beratung ein unschätzbarer Wert.

Das Lesen im Blut
Schon früh war klar, wohin ihr Weg führen würde. Als Kind hat sie die Bücherei in Gisingen leer gelesen. Bis heute lebt sie diese Leidenschaft mit ungebrochener Begeisterung.


Vor drei Jahren stand die Überlegung im Raum, die Buchhandlung zu übergeben. Doch das sprichwörtliche Bauchweh blieb. Zu sehr ist „Cervantes & Co“ Teil ihres Lebens. Für Regina Zink ist der Buchladen kein Arbeitsplatz, sondern ein erweitertes Wohnzimmer, verbunden mit ihrem Zuhause in Gisingen, nur durch einen etwas längeren Gang.


Dass sie überhaupt für den Preis nominiert wurde, ist ihrer Freundin und Wegbegleiterin Martina Pfeifer Steiner zu verdanken, die die Buchhandlung einreichte. Regina Zink selbst hätte den Schritt wohl nie gewagt – zu bescheiden, um sich selbst ins Rennen zu schicken. Umso größer ist nun die Freude über die Auszeichnung, die für sie noch immer kaum zu fassen ist.

Der Österreichische Buchhandlungspreis ist mit 10.000 Euro pro Gewinner dotiert, die feierliche Übergabe findet am 27. April im Künstlerhaus in Wien statt. Die Prämie wird bei „Cervantes & Co“ selbstverständlich wieder in das investiert, was hier im Mittelpunkt steht, in das geschriebene Wort in gebundener Form und in neue literarische Abenteuer. (ice)